Die Formel zum Glück

„Wenn du dein Hier und Jetzt unerträglich findest und es dich unglücklich macht, dann gibt es drei Möglichkeiten: Verlasse die Situation, verändere sie oder akzeptiere sie ganz. Wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen willst, dann musst du eine dieser drei Möglichkeiten wählen, und du musst die Wahl jetzt treffen.“

Eckhart Tolle

Wenn wir ehrlich sind, fällt es uns deutlich leichter, uns zu beklagen und uns selbst zu bemitleiden. Oftmals sind aber wir alleine diejenigen, die dazu fähig wären, etwas an diesen Situationen in unserem Leben zu verändern.

Vor etwa einem Jahr standen Chrissi und ich an einem Punkt, an dem wir uns entscheiden mussten. Wir waren zufrieden, besaßen alles was wir uns je gewünscht hatten und gleichzeitig fehlte uns ein Stückchen, zum vollkommenen Glück.

Wir waren gefangen im goldenen Käfig. Unsere Familien hatten stets oberste Priorität, aber gleichzeitig musste eine kleine Veränderung her. Nur Haushalt und Herd, das war uns einfach zu wenig.

Wir hätten diese Situation hinnehmen können, unser „Leid“ klagen und uns darüber auslassen können, wie „schlecht“ es uns geht. Wir haben jedoch den Weg der Veränderung gewählt und unseren Blog gegründet.

Am Anfang steht der Mut.
Mut, um etwas zu riskieren, ohne zu wissen was kommt.

Mut, um für sich als Mensch einzustehen.
Mut, um dem Weg seines Herzen zu folgen, ohne Rücksicht auf die Erwartungen anderer.
Mut, um lieber zu fallen, als es gar nicht erst versucht zu haben.
Mut, um sich so zu zeigen, wie man ist.

Wir haben es nicht bereut.

Chrissi und Julia

Die imaginäre Nabelschnur – Warum Loslassen so schwierig ist

Sobald man schwanger ist, springt man ganz automatisch in den Mama Modus. Der Schalter wird umgelegt, ohne dass man irgendeinen Einfluss darauf hat. Nichts ist wichtiger als das Überleben, dieses Kindes zu sichern. Als Mama bzw. angehende Mama würde man alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Meine Kleine wird bald zwei Jahre alt und immer wieder bin ich fasziniert von dieser Bindung, die zwischen mir und meinem Kind besteht. Fasziniert von dieser bedingungslosen Liebe, für die mir kein Opfer zu groß wäre.

Obwohl die Nabelschnur nichts weiter ist, als ein Relikt aus unserer gemeinsamen Vergangenheit, habe ich manchmal das Gefühl, da ist irgend etwas, was das Loslassen so unendlich schwer macht.

Je größer unsere Kinder werden, umso mehr müssen wir akzeptieren, dass das Loslassen dazu gehört. Sie werden Stück für Stück selbstständiger und wollen die Welt erkunden. Die Konsequenz ist, dass wir als Eltern etwas mehr Distanz zulassen müssen, so schwer es uns auch fällt.

Zu gut kann ich mich noch daran erinnern, als unsere Maus das erste Mal, nachts alleine in ihrem Kinderzimmer schlief. Ich habe fürchterlich geweint, da ich das Gefühl hatte, sie alleine und im Stich zu lassen. Es hat sich schnell herausgestellt, dass es für mich ein größeres Problem darstellte, als für sie. Sie schlief dort von Anfang an wunderbar (besser sogar als bei uns).
Über ein Jahr lang, lauschte ich nachts jedem Atemzug von ihr, konnte jederzeit überprüfen, ob es ihr gut ging und plötzlich befand sie sich in einem anderen Raum.

Es bedeutete Kontrollverlust und das machte mir eine schreckliche Angst, schließlich sagten meine Gene doch, dass ich das Überleben und Gedeihen dieses Kindes sichern muss.

Heute lache ich darüber, aber mir ist klar, dass ich diese Momente der Angst noch sehr oft durchleben werde. Erster Kindergarten- oder Schul-Tag, Führerschein, Partys, die erste eigene Wohnung,…

Das Loslassen gehört einfach dazu.

Eure Julia

Die Welten-Wandler – Frauen zwischen Karriere und Herd

Aktuell passiert ein Umbruch, der uns Frauen und Müttern nicht leicht fällt. Als wir Kinder waren, war es ganz normal, dass die meisten Mamas viel zu Hause waren und zu größten Teilen für die Kindererziehung und den Haushalt verantwortlich waren. Arbeiten außerhalb der vier Wände, fand maximal halbtags statt.

Die Emanzipation schreitet fort. Kindererziehung und Haushalt sind keine Jobs mehr, die uns Frauen ausreichend zufrieden stellen. Für was sollte man auch jahrelange Ausbildungen und Studiengänge absolvieren, um anschließend hinter dem Herd zu versauern.

„Wo ist mein Weg? Wie viel Kind und wie viel Job brauche ich, um glücklich sein? Was ist der beste Weg, für uns als Familie? Was sind die Erwartungen. der Gesellschaft?“

All das sind Fragen, die sich uns stellten. Und genau genommen, haben wir die Antworten auf diese Fragen immer noch nicht gefunden.

Sehr häufig ist jedoch spürbar, egal was man macht, man macht es falsch.

Arbeitet man wenig (oder gar nicht) und möchte viel Zeit mit den Kindern verbringen, verhält man sich nicht mehr zeitgemäß. Schließlich bekommt man schon während der Schwangerschaft, ständig die Frage gestellt, wann man nach der Geburt wieder zu Arbeiten beginnt. Steigt eine Frau zeitnah wieder ins Berufsleben ein, ist sie der Sündenbock, der die Kinder vernachlässigt und besser nie welche bekommen hätte. Würde jemand erwarten, dass der Vater wegen des Kindes, auf seine Karriere verzichtet?! Vermutlich nicht.

Wie macht man es also richtig?

Wir wandeln momentan irgendwo zwischen diesen Welten.
Wir sind weder die Über-Muttis, die im klassischen Rollenbild der Mutter und Hausfrau aufgehen, noch die Karriere-Frauen, die ihr Kind sofort in der Kita parken möchten. Wir sind die Welten-Wandler, die ihren Weg irgendwo dazwischen beschreiten.

Wir sind leidenschaftlich gerne Mama, fühlten uns reduziert auf die Rolle der Hausfrau und Mutter, aber ein wenig verloren. Wir wollten kreativ sein, uns ausleben, unser Hirn anstrengen, unseren Tagen einfach noch etwas mehr Bedeutung schenken. Auf diesem Weg ist im Frühjahr 2020, auch unser Blog entstanden.

Wir haben die wunderbare Aufgabe, unsere Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenen zu begleiten und das Privileg, täglich viele Stunden mit ihnen verbringen zu dürfen.
Aber wir sind mehr! Wir wollen mehr! Wir brauchen mehr!

Für welche Welt wir uns langfristig entscheiden, oder ob es einen gesunden Weg dazwischen gibt, gilt es heraus zu finden.

Eure Chrissi und Julia

Wenn ich groß bin – Kindheitsträume vs. Realität

So süß und harmlos fängt es an. Zu dieser Zeit ist die Welt noch ein guter Ort. Wir fühlen uns sicher und sind der Meinung, dass das einzig Wichtige ist, einen Beruf zu finden, der uns Freude bereitet.

Plötzlich sind wir erwachsen geworden und uns trifft die harte Realität.

Unsere Gesellschaft ist geprägt vom Ego.
Wer bist du? Was kannst du? Was besitzt du?

Ich war schon immer sehr ehrgeizig und versuchte stets, das Maximum aus mir und meinem Leben heraus zu holen.
Gegen den Rat meines Vaters, hatte ich mich bei der Berufswahl, für die soziale Branche entschieden. Eine Sparte bei der von Anfang an klar ist, dass man für viel Arbeit, wenig Geld bekommt. Aber ich wollte doch schließlich etwas machen, was mir Freude bereitet und so nahm alles seinen Lauf.

Fitnessökonomie Studium, Physiotherapie Ausbildung und verschiedenste Fortbildungen folgten. Zielstrebig habe ich mich vor ein paar Jahren, bis zu einer Leitungsstelle gekämpft, da ich es Leid hatte, immer „die Doofe“ zu sein, die sich für die schlecht bezahlte, soziale Branche entschieden hat. Ich wollte endlich mit den Anderen mitspielen.
Ich hatte mein Ziel erreicht und hätte unfassbar glücklich sein müssen, doch davon war ich leider weit entfernt. Schnell spürte ich, welchen Preis ich dafür zahlen müsste.

Freizeit wäre innerhalb kürzester Zeit, ein Fremdwort für mich geworden. Nachts in Ruhe schlafen, daran wäre nicht mehr zu denken gewesen. Der Kloß im Magen, war ein ständiger Begleiter.
Manches muss man am eigenen Leib spüren, um ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Was habe ich aus dieser Zeit gelernt? Egal welchen Weg du gehst, er muss sich gut anfühlen.

Wenn mein Leben irgendwann zu Ende geht, möchte ich nicht daran denken, wie viele Euros auf meinem Konto liegen, sondern mich an die schönen Momente erinnern, an die wunderbaren Stunden, die ich mit meinen Liebsten verbringen konnte und daran wie glücklich ich war.

Wenn meine Kleine irgendwann den Satz ausspricht „Wenn ich groß bin, werde ich mal…“ soll es etwas sein, was sie glücklich macht, unabhängig davon, was ihr Andere vorleben oder von ihr erwarten.

Eure Julia

© Wiesentoechter