Optimistisch ins Jahr 2021

Dieses Jahr war anstrengend und oftmals auch nervtötend. Es war ein Jahr voller Entbehrungen. Ein Jahr voller Ungewissheit und manchmal auch Angst. Die Angst Familien-Mitglieder verlieren zu können und im schlimmsten Fall mit einer Mitschuld leben zu müssen. Ein Jahr in dem Existenzen und Träume zerstört wurden. Ein Jahr in dem wir uns häufig bevormundet fühlten und unser Leben irgendwie anders verlief, als gewohnt. Ein Stück Freiheit ging verloren.

Insgesamt war es eine Situation, die jeden von uns durch Höhen und Tiefen gehen ließ.

Ich habe Anfang dieser Woche eine tolle Yoga Stunde zum Thema Rauhnächte besucht (zumindest virtuell). Egal ob man an solche Dinge glaubt oder nicht, hatte diese Stunde einen wunderschönen Hintergrund. Es ging um drei wichtige Themen: Loslassen, Dankbarkeit und die Intuition bzw. das hinein Hören in uns.

Es ging darum revue passieren zu lassen, was in diesem Jahr geschehen ist. Deine ganz individuelle Sicht, auf das Jahr 2020. Deine persönlichen Höhen und Tiefen, in diesem besonderen Jahr.

Lasse dein Kopf-Kino des Jahres 2020, vor deinem inneren Auge ablaufen und filtere all das Gute heraus, um dieses Jahr anschließend ganz bewusst loszulassen und dadurch Platz für Neues zu schaffen.

Welche kostbaren Momente hat dir dieses Jahr geschenkt?

Unser Leben ist schnell und unser Leben ist laut. Vielleicht bietet uns Corona mehr denn je, die Chance feststellen zu können, was wir wirklich brauchen. Die einmalige Gelegenheit dem leisen Flüstern unserer Intuition zu lauschen, das in unserer schnellen, lauten Welt meist überhört wird.

Unter genauerer Betrachtung kann sicherlich jeder diesem Jahr, etwas Positives entnehmen. Für mich persönlich, war es trotz der vielen Entbehrungen, ein wunderschönes, spannendes Jahr.

Nach der Baby-Pause bin ich wieder ins Arbeitsleben eingestiegen (zumindest ein bisschen), Chrissi und ich haben unseren wunderbaren Herzens-Blog „Wiesentoechter“ gegründet, ich habe endlich meine lang ersehnte Yoga-Lehrer Ausbildung begonnen und durfte die Entwicklung meines Mini-Krabbel-Babys, zu einer süßen herum tobenden Quassel-Maus beobachten.

Gerade in Zeiten wie Diesen, sollten wir unseren Blick auf das Positive richten.

Vielleicht hast du ebenfalls Lust, die letzten Tage des Jahres 2020 zu nutzen, um viele dankbare Momente zu sammeln. Ich wünsche dir jedenfalls schon jetzt, einen glücklichen und hoffnungsvollen Start ins Jahr 2021.

Julia

Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist,
ist es noch nicht das Ende.

(Oscar Wilde)

© Wiesentoechter

Die imaginäre Nabelschnur – Warum Loslassen so schwierig ist

Sobald man schwanger ist, springt man ganz automatisch in den Mama Modus. Der Schalter wird umgelegt, ohne dass man irgendeinen Einfluss darauf hat. Nichts ist wichtiger als das Überleben dieses Kindes zu sichern. Als Mama bzw. angehende Mama würde man alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Meine Kleine wird bald zwei Jahre alt und immer wieder bin ich fasziniert von dieser Bindung, die zwischen mir und meinem Kind besteht. Fasziniert von dieser bedingungslosen Liebe, für die mir kein Opfer zu groß wäre.

Obwohl die Nabelschnur nichts weiter ist als ein Relikt aus unserer gemeinsamen Vergangenheit, habe ich manchmal das Gefühl da ist irgend etwas, was das Loslassen so unendlich schwer macht.

Je größer unsere Kinder werden, umso mehr müssen wir akzeptieren, dass das Loslassen dazu gehört. Sie werden Stück für Stück selbstständiger und wollen die Welt erkunden. Die Konsequenz ist, dass wir als Eltern etwas mehr Distanz zulassen müssen, so schwer es uns auch fällt.

Zu gut kann ich mich noch daran erinnern, als unsere Maus das erste Mal nachts alleine in ihrem Kinderzimmer schlief. Ich habe fürchterlich geweint da ich das Gefühl hatte, sie alleine und im Stich zu lassen. Es hat sich schnell herausgestellt, dass es für mich ein größeres Problem darstellte als für sie.
Über ein Jahr lang lauschte ich nachts jedem Atemzug von ihr, konnte jederzeit überprüfen ob es ihr gut ging und plötzlich befand sie sich in einem anderen Raum.

Es bedeutete Kontrollverlust und das machte mir eine schreckliche Angst, schließlich sagten meine Gene doch, dass ich das Überleben und Gedeihen dieses Kindes sichern muss.

Heute lache ich darüber aber mir ist klar, dass ich diese Momente der Angst noch sehr oft durchleben werde. Erster Kindergarten- oder Schul-Tag, Führerschein, Partys, die erste eigene Wohnung,…

Das Loslassen gehört einfach dazu.

Eure Julia