Die imaginäre Nabelschnur – Warum Loslassen so schwierig ist

Sobald man schwanger ist, springt man ganz automatisch in den Mama Modus. Der Schalter wird umgelegt, ohne dass man irgendeinen Einfluss darauf hat. Nichts ist wichtiger als das Überleben, dieses Kindes zu sichern. Als Mama bzw. angehende Mama würde man alles tun, um dieses Ziel zu erreichen.

Meine Kleine wird bald zwei Jahre alt und immer wieder bin ich fasziniert von dieser Bindung, die zwischen mir und meinem Kind besteht. Fasziniert von dieser bedingungslosen Liebe, für die mir kein Opfer zu groß wäre.

Obwohl die Nabelschnur nichts weiter ist, als ein Relikt aus unserer gemeinsamen Vergangenheit, habe ich manchmal das Gefühl, da ist irgend etwas, was das Loslassen so unendlich schwer macht.

Je größer unsere Kinder werden, umso mehr müssen wir akzeptieren, dass das Loslassen dazu gehört. Sie werden Stück für Stück selbstständiger und wollen die Welt erkunden. Die Konsequenz ist, dass wir als Eltern etwas mehr Distanz zulassen müssen, so schwer es uns auch fällt.

Zu gut kann ich mich noch daran erinnern, als unsere Maus das erste Mal, nachts alleine in ihrem Kinderzimmer schlief. Ich habe fürchterlich geweint, da ich das Gefühl hatte, sie alleine und im Stich zu lassen. Es hat sich schnell herausgestellt, dass es für mich ein größeres Problem darstellte, als für sie. Sie schlief dort von Anfang an wunderbar (besser sogar als bei uns).
Über ein Jahr lang, lauschte ich nachts jedem Atemzug von ihr, konnte jederzeit überprüfen, ob es ihr gut ging und plötzlich befand sie sich in einem anderen Raum.

Es bedeutete Kontrollverlust und das machte mir eine schreckliche Angst, schließlich sagten meine Gene doch, dass ich das Überleben und Gedeihen dieses Kindes sichern muss.

Heute lache ich darüber, aber mir ist klar, dass ich diese Momente der Angst noch sehr oft durchleben werde. Erster Kindergarten- oder Schul-Tag, Führerschein, Partys, die erste eigene Wohnung,…

Das Loslassen gehört einfach dazu.

Eure Julia

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